Gondelfahrt im Park & Schloss Branitz ©Thomas Goethe

Hermann Ludwig Heinrich Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871)

Der Fürst war eine schillernde Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts und einer der größten europäischen Gartenkünstler, Dandy, Frauenheld, Reiseschriftsteller, geistreicher Gesellschafter und Liebhaber auserlesener Speisen.

Fürst Pückler wurde am 30. Oktober 1785 als Hermann Graf von Pückler-Muskau im Schloss Muskau geboren. Er war das erste Kind der Reichsgräfin von Callenberg und Sohn des Reichsgrafen Ludwig Carl Hans Erdmann von Pückler.

Von 1792 bis 1801 besuchte er verschiedene Bildungseinrichtungen, darunter die Erziehungsanstalt der Herrnhuter Brüdergemeinde in Uhyst/Spree, das Pädagogium in Halle und die Universität Leipzig.

Von 1802 bis 1810 verrichtete Graf Hermann von Pückler seinen Dienst in der Garde du Corps in Dresden und reiste anschließend durch Deutschland, Schweiz, Italien und Frankreich. Nach dem Tod seines Vaters wird Hermann von Pückler mit 25 Jahren Standesherr von Muskau und Erbherr von Branitz.

Im Mai 1815 begann Pückler mit der Schaffung des Muskauer Parks. Er gestaltete die Natur ganz nach seinen Vorstellungen; so wurde die Neiße umgeleitet, Seen angelegt sowie Hügel und Berge geschaffen.

Im Oktober 1817 heiratete Pückler Lucie Reichsgräfin von Pappenheim, die Tochter des preußischen Staatskanzlers Hardenberg. 1822 wird Hermann von Pückler in den Fürstenstand erhoben.

Hermann Fürst von Pückler-Muskau verschuldete sich durch seine Parkvisionen und seinen Lebenswandel. Ein Ausweg erscheint ihm eine reiche Heirat; es erfolgte eine „Pro – Forma – Scheidung“ von Lucie, denn an eine wirkliche Trennung dachten beide nicht. Im Jahr 1826 brach Fürst Pückler zu seiner zweiten Englandreise auf, dabei hielt er vor allem nach einer reichen Braut Ausschau. Die Reise brachte jedoch nicht den erhofften Erfolg.

Von 1834 bis 1840 reiste Pückler durch den Orient. Von dieser Reise brachte er Machbuba mit; bis zu ihrem Tod im Jahr 1840 war sie für ihn Pflegetochter, Dienerin und Geliebte.

Aus Geldnot musste Fürst Pückler 1845 die Standesherrschaft Muskau verkaufen und kehrte auf das Majoratsgut seiner Vorfahren in Branitz zurück.

1846 begann er mit der Gestaltung des Branitzer Parks. Der Branitzer Park gilt heute als letzter großer Landschaftspark des 19. Jahrhunderts, an ihm arbeitete Pückler bis zu seinem Lebensende. Hier bewegte er ca. 100 000 Kubikmeter Erde, um seinen Park nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Ihm gelang es, jahrhundertealte Bäume mit Hilfe des „Baumverpflanzwagen“ zu verpflanzen.

1854 verstarb seine Frau Fürstin Lucie. Nach ihrem Tod ging Fürst Pückler zwei Jahre auf Reisen und arbeitete nach seiner Rückkehr weiter an der Gestaltung des Branitzer Parks.

In der Nacht vom 4. zum 5. Februar 1871 starb Hermann Ludwig Heinrich Fürst von Pückler-Muskau auf Schloss Branitz. Am 9. Februar wurde er im Tumulus (Wasserpyramide) im Branitzer Park beigesetzt.

Park & Schloss Branitz

Hermann von Pückler-Muskau legte als 60 Jähriger den Branitzer Park – ein Landschaftspark nach englischem Vorbild an. Für sein „Meisterwerk“ verwandelte er die „Wüste“ der alten Besitzung in eine „Oase“ mit mehr als 600 ha Gartenkunst.

Ausgehend vom Schloss begann der Fürst mit Gestaltungsarbeiten: Er versetzte ganze Gehöfte, baute Pyramiden, formte Hügel und Wasserläufe, pflanzte Beete, Sträucher und Bäume und bezog Architektur und Skulpturen in die Gesamtgestaltung mit ein – ein Großteil der Agrarlandschaft wurde zu einen ästhetischen Landschaftspark umgeformt.

Der grüne Fürst schuf in seinem Park Ein- und Ausblicke; eine „Bildergalerie“, die seine „Lebensreise“ widerspiegelt. In seinem Alterssitz Branitz veranstaltete Fürst Pückler die legendären Branitzer Tafelrunden und seinen Gästen ließ die Hausordnung auf Schloss Branitz „jede Freiheit“.

Der Branitzer Park ist als ein zonierter Landschaftspark mit gestalterisch differenzierten Parkbereichen angelegt. Von Außen nach Innen erfährt der Besucher die gestalterische Verdichtung des Parks. Der „Äußere Park“ wurde im Sinne einer „Ornamental Farm“ gestaltet. Der „Innere Park“ umfasst auch das Gelände der Gutsökonomie und der Gärtnerei. Um das Schloss selbst legte Pückler den „Pleasureground“ an - ein mit Blumenbeeten, Plastiken und weiteren Schmuckelementen sowie Zierhölzern ausgestatteten Blumenpark.

Durch meisterhafte Gruppierung der Gehölze, die Gestaltung des künstlichen Reliefs und die geschickte Wegeführung schuf Fürst Pückler mit dem Park eine bildhafte Raumwirkung, die sich dem Besucher als ein dreidimensionales Landschaftsbild darbietet.

Im Zentrum der Anlage befindet sich das 1770–1772 erbaute Schloss. Es beherbergt heute das Fürst-Pückler-Museum. Im Schloss sind historische Wohnräume und eine Ausstellung zum Leben und Werk des Fürsten Pückler zu sehen.

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QUELLEN:
Orientalisches in der Lausitz, Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz
Entdeckungen, Ein idealer Spaziergang im Park des Fürsten Pückler zu Branitz, Ettrich, B., 2004