„Fürst Pückler hätte es auf dem Gartenfestival sicher gefallen.“
Der Veranstalter des Gartenfestival Park & Schloss Branitz – die Agentur pool production aus Cottbus – freut sich, Elke Gräfin von Pückler als Schirmherrin für die in der Lausitz einzigartige Veranstaltung gewonnen zu haben. Als Gattin von Herman Graf von Pückler, dem Urgroßneffen des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau, kennt sie sich mit dem Gartenkunstwerk des berühmten Verwandten bestens aus.
Das Gartenfestival Park & Schloss Branitz 2012 war mit rund 8.200 Besuchern ein großer Erfolg. Wie haben Sie das Wochenende erlebt und was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Hinreißend war der Anblick des Festival vom Eingangstor aus: elegante Pagoden voller Pflanzen und Blumen, Formgehölze und Buxus. Ins Auge stachen prachtvolle Hortensien, Rosen mit Lavendel und Stauden – eine Einladung zum Kaufen. Es war die Zielsetzung des Festivals, nur Pflanzen bester Qualität und auch besondere Sorten anzubieten. Man hat diese Pflanzen ja dann über Jahre im Garten, muss sie einpflanzen, hegen, pflegen und gießen. Wenn die Qualität stimmt, lohnt sich das allemal.
Sie engagieren sich schon lange für die Erhaltung alter Sorten, die Pflege und Rekonstruktion historischer Garten- und Parkanlagen sowie für eine nachhaltige Entwicklung moderner Gartenkultur. Wann und wie hat sich diese Leidenschaft bei Ihnen entwickelt?
Ich habe schon als Kind immer ein spezielles Auge für Blumen gehabt und wusste genau, wo im Frühjahr besondere Wildpflanzen in meiner Heimat blühten. Als Sechsjährige habe ich von meinem Vater einen Platz in unserem großen Garten bekommen, indem ich selbst Blumen anpflanzen durfte – ich liebte immer schon die Natur. Seit ca. 25 Jahren bin ich Präsidentin, Vorstandsmitglied bzw. Kuratoriumsmitglied des Garden Clubs of Bavaria und habe Parks in ganz Europa besucht. Durch die vielen Vorträge über Parks, Gärten, Pflanzen und Bäume habe ich mir viel Wissen angeeignet. Ich liebe Parks und Gärten und Branitz ist der schönste Landschaftspark, den ich kenne.
Was fasziniert Sie an Hermann Fürst von Pückler-Muskau, wenn Sie an seine Unternehmungen zur Garten- und Landschaftsgestaltung denken?
Die Durchformung des Parks scheint, als wäre der ganze Park ein Pleasure Ground. Er ist nicht so weitläufig wie in Bad Muskau, aber alles ist bewegt. Jeder Hügel wurde von Fürst Pückler selbst erschaffen und gestaltet. Ein besonderer Hingucker ist die Seepyramide, seine Begräbnisstätte! Meine Lieblingspflanze ist der Gagelstrauch, der in der Nähe der Pyramide als Hecke wächst. Dessen Blätter duften wie Thymian und Rosmarin auf der Insel Elba. Heute ist dieser Strauch fast vergessen, im 19. Jahrhundert war er sehr beliebt. Der schönste Blick ist für mich der von der Erdpyramide, auf die Seepyramide und den Schlangensee.
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Welche Kunst, den Park so natürlich aussehen zu lassen! Es ist für
mich immer ein Wunder, wie Fürst Pückler so viel Schönheit schaffen
konnte und wir sind Ihm dafür zutiefst dankbar.
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Der See strahlt eine unglaubliche Ruhe aus mit der majestätischen Blutbuche hinter der Brücke und den alten großen Kiefern als Kulisse. Welche Kunst, den Park so natürlich aussehen zu lassen! Es ist für mich immer ein Wunder, wie Fürst Pückler so viel Schönheit schaffen konnte und wir sind Ihm dafür zutiefst dankbar.
Haben Sie für die Besucher des Gartenfestivals besondere Anregungen für die Gestaltung und Pflege des eigenen Gartens?
Jeder Gartenliebhaber hat seine Vorlieben für gewisse Pflanzen, ich liebe z.B. Wildblumen und würde niemals den Rasen vor unserem Haus in den Bergen düngen, denn das vertreibt die Wildblumen. Im Frühjahr haben wir auf unserer Wiese ein Feuerwerk von Schlüsselblumen, Leberblümchen,
Knabenkraut, Märzenbecher, welche in gelben, weißen und blauen Tönen leuchten. Wichtig ist es, in seinem Garten die Feinde zu kennen. In München sind es die Schnecken – ich pflanze dort einfach nichts, was Schnecken gerne fressen. In Branitz sind es die Wühlmäuse, die auch einiges vernichten. Man findet immer wieder Pflanzen, die gegen diese Schädlinge resistent sind, das muss man ausprobieren oder das Wissen des Nachbarn nutzen. Es ist von Vorteil die Beschaffenheit des Bodens und den Lichteinfluss zu kennen. Bei uns wachsen z.B. sehr schön Hortensien. Man muss einfach das Richtige anpflanzen und sich den gegebenen Verhältnissen anpassen. Aber all das weiß ein Gartenliebhaber ja schon längst.
Die Rabatten in Branitz vor dem Haus mussten wir pflegeleicht gestalten, da wir nicht immer da sind. Weil jedoch so viele Parkbesucher auch hier vorbei kommen, muss es immer grün und schön aussehen. Das brachte mich auf die Kombination von Rhododendron, Kirschlorbeer, weißen Hortensien, Buchskugeln, Speeren, Herbstastern und Rosen.
Im Rahmen des zweiten Gartenfestivals wurde ein Kuratorium ins Leben gerufen. Welche Erfolge konnten hierbei verzeichnet werden?
Als ich die Schirmherrschaft für das Gartenfestival angeboten bekam, habe ich überlegt, wie ich zum Erfolg beitragen kann. Natürlich kenne ich andere Veranstaltungen, aber Branitz ist durch den berühmten Park etwas Besonderes und hat sehr viele Möglichkeiten.
Die Mitglieder des Kuratoriums sind ausnahmslos Garten- und Parkfreunde, z.T. Pflanzenspezialisten. Das Kuratorium unterstützt das Gartenfestival in mehrfacher Hinsicht. Wichtigste Aufgabe ist es, das Festival über Cottbus hinaus im In- und Ausland bekannt zu machen. Die Kuratoriumsmitglieder sind Vorstände von Fördervereinen wie z.B. des Botanischen Gartens München, der Pücklergesellschaft Berlin, des Garden Club of Bavaria, der Vereinigung Deutscher Landschaftsarchitekten und haben damit einen großen Wirkungskreis. Auch der Förderverein Fürst Pückler in Branitz e.V. ist mit eingebunden. Die Ehrenpräsidentin des Kuratoriums ist Lady Leicester aus Norfolk, England, die einen 1.000 ha Park besitzt und seit Jahren die wunderbarsten Events darin veranstaltet. Hierdurch wird auch der Bezug zu England hergestellt, wo Fürst Pückler letztlich die großen Vorbilder seiner Landschaftsparks fand.
Die Kuratoriumsmitglieder unterstützen das Gartenfestival fachlich und erarbeiten gemeinsam Visionen. Daneben hilft das Kuratorium bei der Auswahl und Akquise von interessanten Händlern. Aber auch Verbesserungsvorschläge werden im Kuratorium erarbeitet. Wir hatten hierfür im Sommer einen Workshop bei mir in München, der viele gute Ergebnisse brachte.
Vom 25. bis 26. Mai 2013 steht das Gartenfestival im Zeichen der Rose. Sind Sie selbst eine Rosenliebhaberin, welche Erwartungen haben Sie an das Festival?
Wir müssen erreichen, dass die besten Rosenproduzenten und -händler nach Branitz kommen, z.B. auch aus England, dem Land der Duftrosen. Hier werden wir im Kuratorium neue Kontakte nutzen und intensivieren, um das Gartenfestival Park & Schloss Branitz noch attraktiver zu gestalten.
Wir freuen uns auf den Besuch vieler Gäste aus Cottbus, der Region, aus Brandenburg und Sachsen, aus ganz Deutschland und Europa, wie z.B. verstärkt auch aus Polen.
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Elke Gräfin von Pückler hat seit 2011, mit dem ersten Gartenfestival Park & Schloss Branitz, die Schirmherrschaft übernommen. Sie unterstützt aus vollem Herzen das Festival und ist sich sicher, dass viele Besucher dem Gartenfestival beiwohnen werden.
